Sprachen & Lernen
Flipchart gestalten: Tipps für Trainer und Moderatoren
Praktische Regeln für Schrift, Aufbau und Symbole auf dem Flipchart, dazu Übungen für Workshops und Beispiele für Trainings, die das Visualisieren von Hand erklären.
Was macht ein gutes Flipchart aus?
Ein gutes Flipchart ist aus der Distanz lesbar, hat eine klare Überschrift, wenige Zeilen und eine erkennbare Struktur. Farben setzt du sparsam und mit Bedeutung ein. Weniger Inhalt wirkt meist stärker als ein überfülltes Blatt.
Das Flipchart ist ein Begleiter für dein Sprechen und kein Ersatz dafür. Schreibe deshalb Stichworte statt ganzer Sätze und halte jede Seite auf eine Kernaussage fokussiert. Teilnehmende sollten in wenigen Sekunden erfassen, worum es geht.
Achte auf Kontrast und Größe. Dunkle Stifte auf hellem Papier sind am besten lesbar, Schriftgrößen sollten aus der letzten Reihe erkennbar sein. Farben dienen der Orientierung: Eine Farbe für Überschriften, eine für Inhalte, eine für Hervorhebungen reichen in den meisten Workshops völlig aus.
Ein weiterer Hinweis betrifft den Platz auf dem Blatt: Lasse oben und an den Seiten einen Rand frei und nutze das untere Drittel nur, wenn alle Teilnehmenden es sehen können. Wer vom Rand bis zum Rand schreibt, wirkt überfüllt und verliert die Übersicht.
Wie schreibst du gut lesbar und baust das Blatt auf?
Nutze Druckbuchstaben in gleichmäßiger Größe, schreibe auf einer gedachten Linie und lasse Abstände zwischen den Blöcken. Eine Überschrift oben und ein bis zwei Spalten darunter schaffen Ordnung ohne viel Aufwand.
Die Handschrift muss nicht schön sein, aber gleichmäßig. Übe einige Großbuchstaben und Kleinbuchstaben vor dem Workshop und achte auf Abstände zwischen den Wörtern. Ein Linienblatt unter dem Flipchart-Bogen hilft beim geraden Schreiben. Prüfe zusätzlich, ob die Zeilen nach rechts nicht ansteigen, denn das passiert vielen beim Schreiben im Stehen.
Strukturiere mit einfachen Mitteln: Rahmen, Linien und Nummerierungen. Setze Überschriften oben, Inhalte darunter und Handlungen oder Ergebnisse am Rand. Solche Muster helfen Teilnehmenden, das Blatt schnell zu lesen und sich später daran zu erinnern. Ein gleichbleibender Aufbau von Blatt zu Blatt gibt der ganzen Sitzung Wiedererkennungswert.
Welche Symbole und kleinen Zeichnungen helfen?
Mit einer Handvoll Symbole wie Strichmännchen, Pfeil, Glühbirne, Haken und Sprechblase kannst du viele Themen bildhaft darstellen. Wiederholte Symbole werden mit der Zeit zu deiner persönlichen Bildsprache.
Du musst nicht zeichnen können, um Symbole zu nutzen. Einfache Formen genügen: Kreise, Rechtecke, Dreiecke und Linien lassen sich zu Menschen, Häusern oder Wegen kombinieren. Wichtig ist, dass die Zeichnung schnell geht und eindeutig ist.
Lege dir ein kleines Repertoire an und übe es vor dem Workshop. Zehn bis fünfzehn Symbole decken viele Situationen ab. Wer sie sicher beherrscht, kann spontan reagieren, wenn aus der Gruppe ein neues Thema aufkommt, und es sofort bildlich festhalten.
Plane Symbole in dein Konzept ein, statt sie spontan zu erfinden. Wenn du vor dem Workshop festlegst, welches Bild für welchen Begriff steht, bleibt dein Flipchart konsistent. Teilnehmende erkennen die Symbole dann wieder und verbinden sie mit den Inhalten.
Grundausstattung an Symbolen
- Strichmännchen in verschiedenen Haltungen
- Pfeile, Rahmen und Sprechblasen
- Glühbirne für Ideen, Haken für Ergebnisse
- Einfache Gegenstände wie Haus, Auto, Computer
- Wiederkehrende Rahmen und Banner für Überschriften
Welche Übungen bereiten dich auf den Workshop vor?
Übe Schrift und Symbole auf Probebögen, bereite die wichtigsten Blätter vor und probiere das Live-Schreiben mit einem Kollegen oder zu Hause. Je öfter du das Schreiben im Stehen übst, desto sicherer wirst du.
Stelle ein Flipchart in deinem Raum auf und übe im Stehen, denn Schreiben an der Wand fühlt sich anders an als am Tisch. Spiele einen kurzen Workshop-Teil durch und halte dabei die wichtigsten Inhalte visuell fest. Nach wenigen Durchläufen wirst du merken, wie sich dein Tempo und deine Sicherheit verbessern.
Bereite zusätzlich einige Blätter vor, etwa Überschrift, Agenda und wichtige Schaubilder. Vorbereitete Blätter sparen im Workshop Zeit und geben dir Sicherheit. Für spontane Inhalte reicht dann ein Gerüst, das du live ergänzt. Hänge die Blätter nach dem Workshop ab und fotografiere sie für das Protokoll.
Welche Trainings zeigen das Flipchart-Gestalten Schritt für Schritt?
Videotrainings zeigen Schrift, Layout und Symbole in Echtzeit und lassen sich beliebig wiederholen. Achte darauf, dass Lektionsliste, Dauer und Downloads vorab sichtbar sind, damit du den Umfang einschätzen kannst.
Das Training Einfach visualisieren besteht laut Angebotsseite aus 11 Lektionen mit 1:45:32 Stunden Gesamtdauer und 10 Downloads. Jede Lektion ist mit Titel genannt, und der Anbieter ist mit Name, Anschrift, Telefon, E-Mail und Umsatzsteuer-ID im Impressum angegeben.
Das Training Einfach live visualisieren umfasst 24 Lektionen in 4 Kapiteln mit einer Gesamtdauer von 2:14:52 und 19 Downloads. Es richtet sich an Trainer, Moderatoren, Coaches und Berater, die live auf dem Flipchart visualisieren wollen. Weitere Angebote findest du in der Kategorie Sprachen und Lernen.
Wie entwickelst du deine Handschrift weiter?
Übe regelmäßig kurze Schriftübungen, probiere Lettering-Techniken und schau dir die Arbeit anderer Trainer an. Auch digitale Übungen auf dem Tablet können helfen, Formen zu verfeinern, bevor du sie am Flipchart einsetzt.
Wer seine Schrift gezielt verbessern möchte, kann Lettering-Techniken nutzen. Der Digital Lettering Kurs zeigt Lettering auf dem iPad mit Procreate in 57 Lektionen. Die Formen, die du dort lernst, lassen sich später auf Flipchart oder Whiteboard übertragen.
Wer allgemeine Zeichengrundlagen aufbauen möchte, findet in der Schmidt's Zeichenwelt Premium-Mitgliedschaft Kurse, Workbooks und Mentoring. Weitere Orientierung gibt der Ratgeber Flipchart, Lettering, Schreiben und Sprechen.
Häufige Fragen
Welche Stifte eignen sich für Flipcharts?
Flipchart-Marker mit Keilspitze sind üblich, weil sie dünne und dicke Striche erlauben. Achte auf gut sichtbare Farben wie Schwarz, Blau und Grün. Heller Gelbton ist aus der Distanz schlecht lesbar.
Wie groß sollte die Schrift auf dem Flipchart sein?
Sie sollte aus der letzten Reihe des Raums gut lesbar sein. Teste das vor dem Workshop, indem du dich selbst an den hinteren Platz setzt und prüfst, ob du alles erkennst.
Muss ich zeichnen können, um Flipcharts zu gestalten?
Nein. Mit einfachen Formen wie Kreisen, Linien und Rechtecken lassen sich viele Symbole bilden. Wichtig sind Klarheit und Übung, nicht künstlerisches Talent.
Wie viel Text darf auf ein Flipchart?
Wenige Stichworte genügen, meist fünf bis sieben Zeilen. Das Blatt unterstützt dein Sprechen. Zu viel Text lenkt ab und wird kaum gelesen.
Quellen
Die Regeln der Plattform und die Gesetzesstellen in diesem Ratgeber stammen aus diesen Seiten, gelesen am . Angaben zu einzelnen Produkten stammen aus unseren Bewertungen und sind dort datiert.
Klarurteil stellt Angebote vor, keine Praxistests. Kaufst du über einen Werbelink auf einer Bewertungsseite, erhalten wir eine Provision. Nichts auf dieser Seite ist Anlage-, Rechts- oder medizinische Beratung.